Anmerkungen zur Vereinsgeschichte der KRK Vilseck
Der „Veteranen- und Krieger-Verein Vilseck und Umgebung im K.B. Veteranen- und Kriegerbund“ erlebte seit seiner Gründung 1885 Schicksalsjahre, die nicht nur dem Verein, sondern der ganzen Welt Veränderungen in unvorstellbarem Ausmaß, die Leid und Schmerzen, Tod und Trauer gebracht haben.
Das vorliegende Protokollbuch wurde am 9. 1. 1927 mit Eintragungen versehen und endet am 29. 9. 1940 mit der letzten Niederschrift. Mögen uns die Leser dieser „Chronik“ dazu verhelfen, dass die Protokollbücher vom Gründungsjahr 1885 bis Ende 1926 wieder aufgefunden und dem Verein zugeführt werden.
Aus verschiedenen Berichten es vorliegenden Protokollbuches ist zu entnehmen, dass z.B. schon 1926 Jugendgruppen bestanden haben und es weist oftmals auf Beschlüsse noch früherer Ausschuss-Sitzungen hin. Auf verschiedene Mitgliedsbewegungen aus dem Jahre 1922 sind Hinweise zu finden. Auch wurde schon sehr früh eine „Schützengruppe“ gebildet, die unter den verschiedenen 1. Schützenmeistern (Heinrich Fuchs, Karl Winter, Johann Heinrich) einen Schießplatz bei den Felsenkellern in Axtheid-Berg unterhielt. Für Freiübungen war damals der unvergessene Karl Ertl verantwortlich. Im Übrigen wurde die Geselligkeit sehr gepflegt.
Natürlich gab es auch Kontroversen. So entbrannte einmal ein heftiger Streit wegen der Kosten für den Reichstrauertag mit dem damaligen Stadtrat. Schmunzelnd zu lesen, dass bei verschiedenen Versammlungen und Sitzungen unverblümt und energisch um einen „ruhigen“ Verlauf gebeten wurde. Es wird auch von einem gespannten Verhältnis des damaligen Musikmeisters Michel Gnan (der auf vielen Kriegerbällen musizierte) mit dem Musikmeister Josef Gutmann berichtet.
An verantwortlicher Stelle in der Vorstandschaft wurden in dem genannten Zeitraum die Kameraden:
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Josef Kraus |
Thomas Kederer |
Franz Weiß |
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Martin Fenk |
Hans Schertl |
J.B. Zeitler |
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Martin Pröls |
Heinrich Meier |
Andreas Zahn |
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Heinrich Kraus |
Anton Meier |
Georg Donhauser |
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Michael Winter |
Franz Löb |
Georg Geier |
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Georg Spießl |
Andreas Seibold |
genannt und auch oftmals die Einsatzfreude der Beisitzer und Ausschussmitglieder gelobt.
Noch im Jahre 1932 war die Fahne Eigentum der Stadt und in einem umständlichen Verfahren musste von der Kriegerkameradschaft die Genehmigung erbeten werden, dass man doch die Fahnenstange in zwei Stücke teilen dürfe, damit ein bequemerer Transport möglich sei.
Einschneidende Auswirkungen brachte der politische Umschwung 1933. Der eingesetzte Ortsgruppenleiter hielt Aufklärungsversammlungen und forderte die Vereine auf, nach dem „Führerprinzip“ zu verfahren. Alle Vorstandschaften mussten zur Hälfte mit Parteimitgliedern besetzt werden. Dadurch kam auch Hans Stubenvoll in die Vereinsleitung, während der bewährte Schriftführer Andreas Zahn abgelöst werden musste, da er wohl politisch nicht tragbar war. Schwerste Zeiten begannen für den unvergessenen 1.Vorsitzenden Franz Weiß, denn er war befehlsgemäß nur noch allein verantwortlich und durfte sich auf keine Beschlüsse der Kameraden mehr berufen.
Auf höhere Weisung war nunmehr als Symbol die Kyffhäuserflagge vorgeschrieben und man kam um eine Beschaffung 1934 nicht herum. Ebenfalls mussten alle Kriegervereine „Truppführer“ ernennen, hierfür wurden die Kameraden Anton Meier und Hans Burger bestimmt. Es erfolgte auch eine drastische Erhöhung der Mitgliedsbeiträge, sie wurden in „Wehrbeiträge“ umtituliert. Alle Krieger- und Veteranen-Vereine wurden in „Kameradschaften“ umbenannt und ab 1938 gab es keine Generalversammlungen mehr, sondern nur noch „Generalappelle“. Die letzten Eintragungen lassen vermuten, dass infolge der Kriegsereignisse ein geordnetes Vereinsleben nicht mehr möglich war.
Ab 22.12.1954 beginnen wieder die Protokollberichte und über alle Vereinsvorgänge wurden danach laufende Eintragungen gemacht. Herausragende Ereignisse waren die Wiederweihe der instandgesetzten Fahne im November 1957 und die Weihe der neuangeschafften Salutkanone im Juli 1958. Im Juli 1960 wurde das 75-jährige Gründungsfest und das 140-jährige Jubiläum der ältesten Kriegervereinsfahne in Bayern, verbunden mit einem Bezirkstreffen aller Oberpfälzer Kriegervereine, unter der seinerzeitigen Vorstandschaft mit:
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Franz Weiß † (Ehrenvorstand) |
Karl Löb † (1.Vorsitzender) |
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Wolfgang Seibold (2.Vorsitzender) |
Andreas Seibold † (Kassierer) |
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Karl-Heinz Steckel (Schriftführer) |
Adolf Kaiser † (Festleitung) |
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| Hans Koppmann † (Festleitung) |
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veranstaltet.
Inzwischen haben sich erfreulicherweise auch junge Bundeswehr-Reservisten der Krieger- und Soldatenkameradschaft Vilseck und Umgebung angeschlossen.
Das 90-jährige Gründungsfest und 155-jährige Fahnenjubiläum, verbunden mit einem DSKB-Kreistreffen, wurde im Juni 1975 unter der bewährten Festleitung mit
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Heinrich Weiß † (1.Vorsitzender) |
Josef Gilch (2.Vorsitzender) |
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Karl-Heinz Steckel (Schriftführer) |
Karl Herrmann † (Kassierer) |
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Adolf Kaiser † (Beirat) |
durchgeführt.
Jubiläen sind Meilensteine in der Entwicklung eines Vereins und Tage der Erinnerung. Allen Teilnehmern wünschen wir anlässlich ihrer Anwesenheit beim 100-jährigen Gründungsfest einige besinnliche Stunden und eine gesunde, friedvolle Zukunft.
(K.-H. St.)
Auszug aus der Festschrift zum 100jährigen Jubiläum der Krieger- und Soldatenkameradschaft Vilseck und Umgebung e.V. (5.-8.Juli 1985)
50 Jahre RK Vilseck
Festvortrag anläßlich der 50 Jahr-Feier der RK Vilseck am 12. Juli 2024, von Herbert Grollmisch
Gründung der BW
Der 12. November 1955 gilt als Geburtsstunde der Bundeswehr. Seitdem leistet sie ihren Beitrag zur Erhaltung des Friedens. Die Bundeswehr hat in dieser Zeit eine wechselvolle Geschichte erlebt – vom Kalten Krieg über die Zeit der Auslandseinsätze bis hin zur Refokussierung auf die Landes- und Bündnisverteidigung.
Der Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr (VdRBw) wurde 1960 in Bonn gegründet. Mit zur Zeit rund 115.000 Mitgliedern ist er die größte Vereinigung ehemaliger Soldaten der Bundeswehr. Der Verband vertritt Reservisten aller Dienstgrade, aktive Soldaten und fördernde Mitglieder. Seine Aufgaben umfassen die Betreuung, Ausbildung und Information der Reservisten sowie die Vertretung ihrer Interessen.
Im Auftrag der Bundeswehr betreut der Verband alle Reservisten sowie Ungediente – unabhängig von einer Mitgliedschaft – nach den Vorgaben des Bundesministeriums der Verteidigung. Er hat den Auftrag, sie als Mittler für die Bundeswehr in der Gesellschaft zu gewinnen, sie für die Wahrnehmung ihrer Mittlertätigkeit weiterzubilden und deren Interessen zu vertreten sowie einen Beitrag zur Ausbildung der Reservisten der Bundeswehr für militärische Aufgaben zu leisten.
Der Reservistenverband verknüpft das Interesse von ehemaligen Wehrpflichtigen, Soldaten auf Zeit und Berufssoldaten, mit Kameraden Kontakt zu halten, mit dem Interesse der Bundeswehr, das Reservoir ehemaliger Soldaten weiterhin aufrechtzuerhalten.
Zum Vereinsalltag gehört neben der klassischen Reservistenarbeit wie Ausbildung, Märsche, Schießübungen, auch sicherheitspolitische Information und Kameradschaftstreffen.
Nachdem wir im Vereinsnamen Reservistenkameradschaft auch das Wort Kameradschaft haben, stellt sich die Frage, was man unter Kameradschaft für Soldaten und ehemalige Soldaten versteht:
Kameradschaft ist das Leitmotiv militärischer Organisationen. Durch eine weitreichende Verknüpfung werden in der Alltagssprache Vorstellungen einer Gefahrengemeinschaft geweckt, deren Mitglieder einander achten, helfen und bereit sind, ihr Leben zum Wohl der Kameraden einzusetzen.
Sprachwissenschaftler kennen das Wort Kameradschaft nur allgemein von Kamerad herkommend. Entlehnt aus dem Französischen des 16. Jahrhunderts steht camerade für Gefährte. Die lateinische Bezeichnung camera bedeutet Zimmer beziehungsweise Schlafraum. Im soldatischen Sprachgebrauch beschreibt Kameradschaft ursprünglich die Stubengemeinschaft der Gefährten.
Besondere Bedeutung hat die Kameradschaft in der soldatischen Gemeinschaft. Insbesondere bedeutet Kameradschaft die Pflicht jedes Soldaten, seinen Kameraden, unter allen Umständen, in Not und Gefahr, selbst unter Todesgefahr, unaufgefordert und selbstlos beizustehen. Das besondere an der Kameradschaft ist es, dass sie nicht auf Sympathie beruht, nicht an persönliche Verbundenheit im Sinne von Freundschaft oder Kumpanei gebunden ist, sondern oberste soldatische Pflicht ist.
Kameradschaft ist nicht freiwillig! Kameradschaft im Wortsinne ist verpflichtend im § 12 des Soldatengesetzes formuliert:
„Der Zusammenhalt der Bundeswehr beruht wesentlich auf Kameradschaft. Sie verpflichtet alle Soldaten, die Würde, die Ehre und die Rechte des Kameraden zu achten und ihm in Not und Gefahr beizustehen. Das schließt gegenseitige Anerkennung, Rücksicht und Achtung fremder Anschauungen ein.“
Eine Kameradschaft in der soldatischen Gemeinschaft bedeutet sehr viel, damit unterscheidet sie sich von den materiell gebundenen Briefmarkensammel- oder Oldtimer-Vereinen, vom Gedanken des Nutzens geprägten Sportvereinen usw. Die Liste läßt sich unendlich fortsetzen.
Kameradschaft besteht zwischen Menschen, die mitten im Leben stehen, ermutigt, inspiriert und bewegt. Die die tragende Kraft der Gemeinschaft erleben, in der Begegnung miteinander, persönlich und herausfordernd. Menschen, die füreinander stark sind und für Gerechtigkeit in der Gesellschaft einstehen. Kameradschaft verkörpert ein Ideal, das Ideal einer positiven, optimistischen und unverzagten Beziehung zwischen Menschen, unabhängig von räumlicher Nähe, unabhängig von Rang und Namen, unabhängig von der Höhe des Kontostandes oder von „Mein Haus, mein Auto, mein Pferd!“
- Kamerad sein kann man nicht kaufen, nicht um viel Geld.
- Kameradschaft muss man sich verdienen – Kameradschaft kann nicht erdient oder verliehen werden!
- Kameradschaft wird etwas wie ein Geschenk – wenn man Kameradschaft leben kann!
- Kameradschaft ist Schutz, Glück, Toleranz und Geduld!
- In der Kameradschaft geht das Gemeinsame in Freiheit und Vertrautheit so ineinander, dass niemand sein eigenes Ich verliert.
Bewahren wir uns das hohe Gut der Kameradschaft, Heute, Morgen und alle Tage!!
Doch nun zur Reservistenkameradschaft Vilseck
Sie wurde auf Initiative des damaligen Kreisvorsitzenden und KreisOrgLeiters Hptm d.R. Maximilian Wojatzky am 12. Dezember 1974 gegründet. An der Gründungsversammlung nahmen folgende Kameraden teil:
Anton Friedl
Ludwig Lindner
Robert Schwab
Karl Seegerer
Klaus-Dieter Seibold
Christian Trummer
Wilhelm Würfl
Franz Barth †
Johann Förster †
Heinrich Leißl †
Helmut Engelhard †
Max Nitzek †
Karl Reuschl †
Erhard Ruhland †
Michael Stubenvoll †
Max Wojatzky eröffnete die Versammlung und stellte den anwesenden Reservisten die Reservistenarbeit im Verband der Reservisten der deutschen Bundeswehr, kurz VdRBw, vor. Nach einer kräftigen Diskussion schritten die anwesenden Reservisten zur Wahl der Vorstandschaft.
Die erste Vorstandschaft bestand aus
- 1. Vorsitzender: Ludwig Lindner
- 2. Vorsitzender: Max Nitzek †
- Kassier: Heinrich Leißl †
- Schriftführer: Karl Reuschl †
Beisitzer: Christian Trummer und Wilhelm Würfl
Die amtierende Vorstandschaft besteht aus
- 1. Vorsitzender: Max Hammer †
- 2. Vorsitzender: Willi Würfl
- Kassier: Herbert Grollmisch
- Schriftführer: Norbert Reuschl
Kassenrevisoren: Robert Stubenvoll und Herta Grollmisch
Erinnern möchte ich an ein paar dienstliche und verbandsinterne Veranstaltungen unserer RK:
- Teilnahme an unzähligen militärischen Schießen, teilweise auch sehr erfolgreich, was viele in früheren Jahren gewonnene Pokale bestätigen
- Winterbiwak im Januar 1981 in Petershöhle bei Hartenstein, mit Marsch bei klirrender Kälte von ‑15 °, von Vilseck bzw. Edelsfeld zur Petershöhle. Dort erwartete die Kameraden eine von Gerhard Rauschert und Donald Orszulak gekochte Suppe. Hier wurde der Spruch erfunden: „einfach, aber trotzdem geschmacklos“.
- die zahlreichen Biwaks am Leinschlag,
Besuch des FWRes STBM Wagner (alle haben noch geschlafen am Sonntagfrüh als er zur Dienstaufsicht kam)
- beinahe bei jedem Biwak hat der Bauer, der die Wiese gepachtet hatte, auf dem die Biwaks stattfanden hat, ein paar Tage vor dem Biwak die Wiese mit Gülle gedüngt, so dass wir nach Beendigung des Biwaks immer landwirtschaftlichen Duft an uns hatten
- grillen einer Spansau jeweils am Biwak - Sonntag, zuerst durch den Winkler Rais und Lettner Martin, dann hat sich Gille Trummer selber einen Schweindlgrill gebaut und bei den Biwaks das Schwein gegrillt
- Herta, die Bräutigam Lolo und die Schmidt Liesl haben aus 25 kg Kartoffeln den allseits beliebten Erdäpflsalat gemacht; die Lord Anna aus Gressenwöhr hat immer einen Topf mit dabei gehabt, um übrig gebliebenen Erdäpflsalat mitnehmen zu können.
- Teilnahme an zahlreichen Militärpatrouillen, sowohl als Wettkämpfer als auch als Funktioner
bei einer MilPatr in Hohenkemnath durften die Wettkämpfer nach Beendigung der MilPatr die Wettkampfstrecke noch mit dem Kampfhubschrauber BO105 abfliegen
- Wettbewerb Schlauchbootfahren in Weiden, 3. Platz, kleiner Pokal, der anschließend auf der Kirwa in Schönlind gebührend mit Füllungen von Zwetschbrandy gefeiert wurde, Max ging zu Fuß bei stockfinsterer Nacht nach Ebersbach, Jackson (Gott hab ihn selig) wollte zu seiner damaligen Freundin nach Hahnbach gehen, überlegte es sich aber in Süß anders und ging dann nach Vilseck
Nun zur 10 Jahres – Feier mit Fahnenweihe der RK Vilseck, die ja vor jetzt schon 40 Jahren stattgefunden hat:
- Fahne: der leider schon verstorbene Franz Kohl hat nach Vorgaben des Vereinsausschusses, aber nach seinen eigenen Ideen und Vorstellungen im Juni 1983 die Vereinsfahne entworfen, und diese wurde dann im Kloster Michelfeld gefertigt.
- die Feier 10 Jahre RK Vilseck vom 11.-14. Mai 1984 fand auf dem Fußballplatz des FV Vilseck statt. Beim Aufbau des Festzeltes hatten wir noch schönes Wetter, dann aber schlugen die Eisheiligen zu und es hat am Donnerstag angefangen zu regnen und kalt zu werden, so daß wir auf die Schnelle einen Holzboden für das 2000 Mann Festzelt besorgen und verlegen mußten, eine Zeltheizung musste organisiert werden, da es sonst zu kalt im Festzelt gewesen wäre. Dank der damals in zahlreich in Vilseck anwesenden trinkfreudigen „Gaserer“ (Arbeiter, die die Gasleitung von Waidhaus in Richtung Pruppach und weiter in ganz Deutschland verlegten), wurde das Fest kein finanzielles Desaster.
- es ist uns auch gelungen im Rahmen der 10 Jahres Feier der RK ein Feierliches Gelöbnis von fast 250 Soldaten des PzBtl 104 aus Pfreimd nach Vilseck zu bekommen. Das Feierliche Gelöbnis fand Gott sei Dank bei wieder schönem Wetter am Montag, 14. Mai 1984, um 20.00 Uhr, auf dem Marktplatz von Vilseck statt. Anschließend marschierten die Soldaten mit festlicher Marschmusik und den teilnehmenden Vereinen zum Festzelt auf dem Fußballplatz um mit ihren Familienangehörigen zu feiern.
- wir erinnern uns an viele erfolgreiche Teilnahmen an internationalen Märschen wie dem Drei-Länder-Zwei-Tage-Marsch (DLZM) in Freyung im Bayrischen Wald (Tag 1: ca. 36 km mit 1200 Höhenmetern, Tag 2: ca. 25 km), und dem Marc-Aurel-Marsch in Bruckneudorf / Burgenland / Österreich. Hier waren die 40 km anfangs im hügeligen TrpÜbPlatz Bruckneudorf zu bewältigen. Später wurde der Marsch in die flache pannonische Tiefebene des Burgenlandes und Niederösterreich verlegt. Beim Marc-Aurel-Marsch haben Willi Würfl und Günther Musall sehr oft die ersten Plätze belegt, weil sie die 40 km bzw. 2 x 40 km durchgelaufen sind.
- Manuel Lindner wird sich daran erinnern, daß sich bei seiner Teilnahme am DLZM die Sohlen seiner Kampfstiefel durch die sog. Hydrolyse vom Stiefel lösten.
- gerne erinnern wir uns an den DLZM, bei dem wir amerikanische Soldaten der 561st Medical Company (Dental Services), hier speziell SGT Brian Chase, mit in Freyung dabei hatten, welche zu vorgerückter Stunde und nach einigen Bieren mit den polnischen Fallschirmspringer-Kameraden aus dem 1. Stock des Kasernengebäudes sprangen um ihre Abrollfähigkeiten beim Landen unter Beweis zu stellen. Oder das trinken des kleinen Fläschchens Franzbranntwein, nicht wissend, dass der Inhalt zum Einreiben der Muskulatur zu verwenden ist.
- in der Sturm- und Drangzeit marschierten einige Kameraden in 2 ½ Tagen 160 km vom Arber nach Vilseck
- bei der Teilnahme an den Fischerstechen auf der Vils haben wir Kameraden mehrmals den 1. Preis errungen. Dabei war das Tragen der langen BW-Unterhosen in Nato-oliv doch sehr hilfreich, weil sie dafür sorgten, daß wir auf den nassen, glatt geschälten Baumstämmen mehr Halt hatten und so die Gegner in die Vils stoßen konnten.
- die jährlich stattfindende Vereinsmeisterschaft mit Luftdruckwaffen beim Schützenverein Tell Vilseck wird von den Vereinsmitgliedern sehr gut angenommen. Leider ist vor kurzem der 1. Schützenmeister Georg Schmer plötzlich verstorben.
- seit Jahrzehnten sammeln wir an Allerheiligen für die Kriegsgräber am Friedhof in Vilseck. Für viele Friedhofbesucher gehört der Anblick der in Bundeswehr-Uniform sammelnden Soldaten/Reservisten zum Friedhofbesuch dazu. Ich habe 2008 angefangen die Sammelergebnisse aufzuschreiben, und wir haben im Zeitraum 2008 – 2023 € 12970 gesammelt. Da wir aber schon seit Jahrzehnten für die Kriegsgräber sammeln, ist der gesammelte Betrag natürlich wesentlich höher.
- die RK stellt seit Jahrzehnten beim Volkstrauertag die Ehrenwache am Vilsecker Kriegerdenkmal, zwei Kameraden tragen den Kranz der Stadt Vilseck zur Kirche und Kriegerdenkmal, und seit vielen Jahren hält Kamerad Heinrich Deinzer die Gedenkansprache am Kriegerdenkmal.
- seit vielen Jahren beteiligt sich die RK auch beim Weihnachtsmarkt auf Burg Dagestein mit Erbseneintopf aus der NVA Gulaschkanone. Die Gulaschkanone hat Kamerad Ludwig Lindner der RK gestiftet. Der Erbeneintopf hat in den vergangenen Jahren unser leider schon verstorbener Kamerad Gustav NUTZ zubereitet, seit dem Weihnachtsmarkt 2023 wird der Eintopf von unserem Vereinswirt Alexander Kreuzer zubereitet.
- eines der wichtigsten Ereignisse der letzten 50 Jahre war der Zusammenschluss der Krieger- und Soldatenkameradschaft Vilseck und Umgebung mit der Reservistenkameradschaft Vilseck zur KRK Vilseck, Krieger- und Reservistenkameradschaft Vilseck am 6. Januar 1995. Die beiden Vereine wurden unter der Leitung des damaligen Vereinsvorsitzenden Claus Barth fusioniert.
- durch den Zusammenschluss der beiden Vereine ging die älteste Kriegerfahne Bayerns in den Besitz der KRK Vilseck über. Die Kriegerfahne wurde am 31. Mai 1818 bei einer Messe auf dem Marktplatz vor dem Rathaus geweiht und dem Bürgerwehr Battalion übergeben.
Hier ein Auszug aus der Familienchronik der Familie Winkelmaier:
1818 den 31. Mai ist die Fahnenweihe von unseren Battalion gewesen, auf dem Markt an dem Rathaus war ein Altar aufgebaut, eine Messe ist gelesen worden von unseren Pfarrer Kammerer Tremel und eine feierliche Zeremonie und eine Weihung der Fahne gehalten worden, der Oberst v. Cormock u. Major Künzing, alle Hauptmänner, Ober- u. Unterleutnant, u. Unteroffizier, auch von den gemeinen hat jeder einen Nagel in den Fahnenstiel geschlagen, während der schönen Battalionsmusik, die Menge Menschen die zu-gegen waren ist schreckbar gewesen, auf den Dächern und Bodenfenstern haben die Menschen zugesehen. Nach aller Feierlichkeit ist bei Leonhardt Schertl, Weinwirt, eine Tafel auf 40 Personen gegeben worden, dafür zahlte so auch in mehreren Wirtshäusern, wo alles lustig in der ganzen Nacht zugegangen hat.
Abschrift aus den 2 Tagebüchern des Heinrich Winkelmaier, geboren am 31.10.1762 in Vilseck und Joseph Winkelmaier, geboren am 3.5.1802 in Vilseck
- anläßlich der Feierlichkeiten zum 200. Geburtstag unserer Kriegerfahne am 30. Mai 2018 wurde die Fahne in die Obhut der Stadt Vilseck übergeben. Die Stadt Vilseck hat sich verpflichtet, die Fahne und die dazugehörigen Gegenstände, unter anderem die der Fahne verliehene Kronprinz-Rupprecht-Medaille, in einer Vitrine im Rathaus sicher zu verwahren und der interessierten Bevölkerung für die Besichtigung zugänglich zu machen. Herbert Zwack hat als letzter Fahnenträger die Fahne in die Hände von Bürgermeister Schertl gelegt.
Hiermit beende ich meine Erinnerungen an 50 Jahre RK Vilseck. Sollte ich vergessen haben wichtige Ereignisse oder Vorkommnisse zu erwähnen, so bitte ich dies zu entschuldigen.
Abschließend mein Wunsch an die Kameraden der KRK Vilseck: bitte macht Werbung für den Verein, damit wir neue, jüngere Kameraden und Kameradinnen bekommen. Neue Mitglieder sind jederzeit gerne willkommen und wir möchten aktiven und ehemaligen Soldatinnen und Soldaten eine Verbindung zur Bundeswehr und eine militärische Heimat in guter Kameradschaft anbieten.
IN TREUE FEST!

Ehrenwache anläßlich Volkstrauertag 1983 in Vilseck
