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Ohne die Fahnenabordnungen und ohne Beisein der Bevölkerung gedachten die drei Bürgermeister der Großgemeinde Vilseck der Gefallenen und Vermissten beider Weltkriege. An den Kriegerdenkmälern in Vilseck, Schlicht und Sorghof versammelten sie sich zu einem stillen Gedenken und legten im Namen der Stadt Vilseck zu Ehren der Verstorbenen jeweils einen Kranz nieder. Pater Robin Xavier sprach ein Gebet für die Kriegsopfer und segnete nach dem gemeinsamen Vaterunser-Gebet die Gedenkstätten.
In Vilseck wohnte Max Hammer, Vorsitzender der Krieger- und Reservistenkameradschaft der Zeremonie bei; in Sorghof Werner Stubenvoll, Vorsitzender des Soldaten- und Kriegervereins.
So wie hier in Vilseck gedachten die drei Bürgermeister der Großgemeinde auch in Schlicht und Sorghof der Kriegsopfer.
(Von rechts) Max Hammer, Pater Robin Xavier, erster Bürgermeister Hans-Martin Schertl, Stellvertreter Thorsten Grädler und Markus Graf

Text und Bild: Rosi Hasenstab
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Zum 17. Mal starteten mit Günter Musall und Wilhelm Würfl Mitglieder der Reservistenkameradschaft Vilseck an internationalen Gepäckmärschen im Burgenland. Und wieder kehrten sie mit Siegen heim.

Seit vielen Jahren vertreten sie erfolgreich ihren Verein, die Krieger-und Reservistenkameradschaft (KRK) Vilseck: Günter Musall (links) und Wilhelm Würfl (rechts).
Zirka 800 Teilnehmer aus Ungarn, Österreich und Deutschland beteiligten sich. Am ersten Marschtag in den Weinbergen am Neusiedler See mit 700 Höhenmetern starteten mit Günter Musall und Wilhelm Würfl mit ein paar weiteren Soldaten und Reservisten aus Deutschland. In flirrender Sonne bei 35 Grad und einer bei dieser Veranstaltung noch nicht dagewesenen Luftfeuchte kamen die Teilnehmer schnell an ihre Grenzen. Einige gaben auf, wurden von Posten aus dem Rennen genommen oder kollabierten.
Würfl wurde von einem Offiziellen auf den falschen Weg geschickt und machte mal wieder einen Kilometer zu viel. Dann begann die Aufholjagd. Musall kam ohne Zwischenfälle über die Distanz und als Erster in beachtenswerten fünf Stunden und 21 Minuten ins Ziel, dicht gefolgt von Würfl (5:25).
Der zweite Tag führte bei unverändertem Wetter in die Windmühlenparks südlich von Wien. Musall ging die 40-Kilometer-Distanz an, Würfl begnügte sich mit 22 Kilometern. Wiederum wurde Würfl auf den falschen Weg geschickt und von einem Fahrzeug zurückgeholt. Schließlich absolvierte er die Strecke in 2:59 Sunden. Musall erreichte in der Zweitagewertung über je 40 Kilometer mit 5:21 nd 5:48 Stunden den ersten Platz (Schnitt 7,3 km/h), Würfl kam in der Eintageswertung über 40 Kilometer auf Rang eins (Schnitt 7,34 km/h) und in der 22-Kilometer-Wertung ebenfalls auf Position eins.
Text und Bild: Willi Ertl
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Eine besondere Würdigung erhielt die wohl älteste Kriegerfahne Bayerns an ihrem 200. Weihetag. Als besonderes Kulturgut ist sie nun in einer Vitrine des Rathauses Vilseck der Öffentlichkeit zugänglich.
„Es ist wohl einmalig, dass in unserer Umgebung ein eigenes Fest für eine Fahne gefeiert wird“, stellte Kaplan Daniel Fenk im Gottesdienst fest. In der Krieger- und Reservistenkameradschaft (KRK) habe man immer Farbe bekannt und Flagge gezeigt, fügte er an. „Zur Ehre Gottes und für Volk und Vaterland ist es eine gute Sache, diesen wertvollen Schatz als Zeichen der Zusammengehörigkeit weiterhin in Ehren zu halten“, sagte der Priester.
Nach dem Festmarsch durch die Stadt, angeführt von den Dagesteiner Musikanten, schickten die Böllerschützen des Landkreises im Hof der Burg Dagestein lautstarke Salven gen Himmel, und auch die vereinseigene Kanone kam zum Einsatz. Den Festakt im Zehentkasten umrahmten die Geschwister Rosemann mit festlichen Klängen.
KRK-Vorsitzender Max Hammer begrüßte die Gäste und besonders den Patenverein aus Sorghof. Er dankte seinem Stellvertreter Heinrich Deinzer für die gute Organisation des Festes und die vielen Recherchen, die damit verbunden gewesen seien. Deinzer zeigte die Bedeutung der Fahne auf, die dem Bürgerwehr-Batallion von Maximilian Joseph I., König von Bayern, gestiftet worden war.
„Fast auf den Tag genau vor 200 Jahren fand am 31. Mai 1818 die Fahnenweihe auf dem Vilsecker Marktplatz statt. Der 1762 in Vilseck geborene Heinrich Winkelmaier hat dies in seinem Tagebuch umfangreich beschrieben“, führte Deinzer aus. Er erwähnte auch, dass sich der Soldaten- und Kriegerverein 1992 mit der Reservistenkameradschaft zusammengeschlossen habe und dies, verbunden der aufwändigen Restaurierung der Fahne, in erster Linie dem damaligen Vorsitzenden Claus Barth zu verdanken sei.
Auch Bertram Gebhard, Vorsitzender der Kreisgruppe Oberpfalz Mitte, weilte unter den Gästen. Grußworte sprach der stellvertretende Landesvorsitzende des Reservistenverbandes Bayern, Werner Gebhard.
Auch gratulierte Horst Embacher, der Bezirks- und Kreisvorsitzende des Bayerischen Soldatenbundes 1874 e.V.. Besonders erfreut war man über die Anwesenheit von Oberstleutnant a. D. Klaus Wolkersdorfer, dem letzten Kommandeur des Verteidigungskreiskommandos.
Festredner Dr. Manuel Trummer nahm die Zuhörer mit auf eine Reise in die Vergangenheit. „Diese Fahne ist mehr als nur ein Objekt“, betonte er. „Sie verkörpert Geschichte, und sie ist ein historischer Zeitzeuge, an dem zwei Jahrhunderte Vilsecker, bayerischer und europäischer Vergangenheit lebendig werden.“
Nach Auflösung der Bürgerwehr und Einführung der Wehrpflicht übernahm der 1871 gegründete Veteranen- und Kriegerverein die traditionsreiche Fahne. Im Ersten Weltkrieg senkte sie sich über die Gräber vieler Gefallenen. Die Sorge des Vereins galt einst den unzähligen Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen.
Mit Beginn der NS-Zeit wurde die Fahne rasch ausgemustert und durch eine Fahne des Kyffhäuserbundes ersetzt. Bei der Stadt Vilseck war die wertvolle Kriegerfahne über den gesamten Zeitraum der nationalsozialistischen Herrschaft gut aufbewahrt. Anfang der 1950er-Jahre kam sie wieder zum Einsatz und wurde 1960 mit der Kronprinz-Rupprecht-Medaille ausgezeichnet.
„Die Fahne kann uns heute an die großen europäischen Umbrüche der letzten 200 Jahre erinnern und daran, dass Frieden und Stabilität in Europa keineswegs selbstverständlich sind“, schloss Dr. Trummer.
„Heute ist für diese Fahne ein besonderer Tag“, freute sich Bürgermeister Hans-Martin Schertl, „denn sie kehrt zur dauerhaften Aufbewahrung und Präsentation in unser Rathaus zurück. Sie verkörpert Tradition und Kameradschaft und ist ein wertvolles Kulturgut unserer Zeit.“
Mit der Unterzeichnung des Übergabevertrages ging die Jubiläumsfahne danach in den Besitz der Stadt Vilseck über, die diesen Schatz in Ehren halten wird. Mit bewegten Worten nahm Herbert Zwack Abschied als Fähnrich und hängte seine Mütze an die Fahnenstange.

Die Fahne verkörpert Geschichte, und sie ist ein historischer Zeitzeuge, an dem zwei Jahrhunderte Vilsecker, bayerischer und europäischer Vergangenheit lebendig werden

(Von links) 2. Bürgermeister Heinrich Ruppert, KRK-Vorsitzender Max Hammer,1. Bürgermeister Hans-Martin Schertl, stellvertretender KRK-Vorsitzender Heinrich Deinzer, 2. Bürgermeister Thorsten Grädler und Festredner Dr. Manuel Trummer
Text: Rosi Hasenstab
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Welcher Verein hat noch eine 200-jährige Fahne im Einsatz, die im Original erhalten ist? Es dürfte sich um die älteste Kriegerfahne Bayerns handeln. Diese Besonderheit gibt es in Vilseck bei der Krieger- und Reservistenkameradschaft. Mit großem Stolz feiert der Verein am 30. Mai das historische Ereignis der 200-jährigen Fahnenweihe.
„1818, den 31. Mai, ist die Fahnenweihe von unserem Bataillon gewesen. Auf dem Markt am Rathaus war ein Altar aufgebaut, eine Messe ist gelesen worden von unserem Pfarrer Tremel und eine feierliche Zeremonie und eine Weihung der Fahne gehalten worden.“ So steht es im Tagebuch von Heinrich Winkelmaier, dem 1762 gebürtigen Vilsecker.
Durch dieses schriftliche Dokument ist belegt, dass die Fahne nun exakt zwei Jahrhunderte alt ist und die Fahnenweihe 1818 ganz groß gefeiert wurde. Jeder der anwesenden hohen Militärs hat damals bei schöner Bataillonsmusik einen Nagel in den Fahnenstiel geschlagen. Im Tagebuch heißt es weiter: „Nach aller Feierlichkeit ist beim Weinwirt Leonhart Schertl eine Tafel für 40 Personen gegeben worden und in mehreren Wirtshäusern ist alles lustig in der ganzen Nacht zugegangen“.
Die Fahne wurde dem damaligen Bürgerwehrbataillon in Vilseck von König Maximilian Joseph I. von Bayern persönlich gestiftet. Bürgerwehren, das Vilsecker Bataillon wurde 1816 aufgestellt, sollten zu Sicherheit und Frieden im Lande beitragen. Die Einsätze waren alle unkriegerisch und unspektakulär. Es galt, im Notfall die eigene, engere Heimat zu verteidigen.
Man leistete polizeiliche Unterstützungsdienste und hielt Wache an militärischen Objekten. Die Fahne wurde bei Paraden, sowie bei weltlichen und kirchlichen Feierlichkeiten und Beerdigungen mitgeführt und verlieh dabei militärischen Glanz.
Nach Einführung der allgemeinen Wehrpflicht 1868 verloren die Bürgerwehren in Bayern ihre Bedeutung und wurden aufgelöst. So übergaben die Vilsecker ihre Fahne der Stadtverwaltung zu treuen Händen. Als nach dem siegreichen Feldzug 1870/1871 der Veteranen- und Kriegerverein Vilseck gegründet wurde, erhielt dieser die ehrwürdige Fahne als Vereinsfahne zurück.
Nach dem 2. Weltkrieg kam das historische Stück erneut zu Ehren. Es erhielt 1960 beim 75-jährigen Gründungsfest des Kriegervereins auf Veranlassung von Herzog Albrecht von Bayern die Kronprinz-Rupprecht-Medaille verliehen. Diese Auszeichnung trägt die Fahne, die nun im Besitz der Krieger- und Reservistenkameradschaft ist, heute noch mit Stolz. Bei der Regens-Wagner-Einrichtung in Michelfeld ließ man die Fahne um das Jahr 2000 aufwändig restaurieren.
Das 200-jährige Fahnenjubiläum wird in Vilseck am Mittwoch, 30. Mai, gebührend gefeiert. Um 18:00 Uhr findet ein Festgottesdienst in der Stadtpfarrkirche St. Ägidius statt. Danach marschieren die Fahnenabordnungen der Vereine und alle Gäste zur Burg Dagestein, wo ein Festakt stattfindet.
Die Jubiläumsfahne wird dann an den 1. Bürgermeister der Stadt Vilseck, Hans-Martin Schertl, übergeben. Sie wird künftig als ein Stück Kulturgut und Teil unserer Heimatgeschichte in einer Vitrine im Rathaus zu bewundern sein.
Stolz wird die älteste Kriegerfahne Bayerns präsentiert. (von links) Heinrich Deinzer, stellvertr. Vorsitzender der Krieger- und Reservistenkameradschaft, Maximilian Hammer, Vorsitzender, Adolfine Nitschke, Kulturbeauftragte der Stadt Vilseck und 1. Bürgermeister Hans-Martin Schertl

Text und Bild: Rosi Hasenstab
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„Es ist ein guter Brauch, der Kriegstoten zu gedenken“, leitete Heinrich Deinzer die Feierstunde auf dem Kirchplatz ein. Vor dem Kriegerdenkmal, auf dem 265 Tote namentlich aufgeführt sind, hielten Mitglieder der Krieger- und Reservistenkameradschaft Vilseck die Ehrenwache.
Im Gottesdienst erinnerte Stadtpfarrer Johannes Kiefmann im Gebet an die Opfer von Gewalt und Terror. Es gelte, die Augen offen zu halten und die Stimme zu erheben, wenn Machthaber ganze Länder ins Unglück stürzen wollen, sagte er.
Am Ehrenmal rief auch Deinzer, zweiter Vorsitzender der Krieger- und Reservistenkameradschaft Vilseck, zur Wachsamkeit und zur eigenen, kritischen Meinungsbildung auf, jenseits der vielen oft unzulänglichen Äußerungen und Berichterstattungen in den Medien. „Das Säbelrasseln im Baltikum und der Konflikt in der Ukraine sind brandgefährlich“, betonte er. „Wir brauchen keine weiteren Toten und keine zusätzlichen Namen auf unseren Kriegerdenkmälern“. Zu Ehren der Opfer legte er ein Blumengebinde nieder.
„Eine Gesellschaft, die ihre Toten vergisst, wäre eine zutiefst inhumane Gesellschaft“, sagte Bürgermeister Hans-Martin Schertl. Die Erinnerung an die Opfer von Krieg, Gewalt, Völkermord, Verfolgung und Vertreibung sei Ausdruck der Achtung und Wertschätzung. „Das kostbarste Gut, nämlich ihr Leben, haben im ersten Weltkrieg 10 Millionen und im zweiten Weltkrieg 55 Millionen Menschen verloren“. Mit diesen Zahlen seien weitere Schicksale in den Familien verknüpft gewesen, fügte er an.
Ihrer aller sollte man wenigstens an einem Tag im Jahr gedenken und den kommenden Generationen die Folgen von Krieg und Terror aufzeigen. „Hoffen wir, dass viele der weltweiten Konflikte friedlich gelöst werden können und dass hierzulande der über 70 Jahre währende Friede weiter bestehen bleiben möge“, schloss das Stadtoberhaupt.
Nach der Kranzniederlegung beendeten drei Salutschüsse und das Lied vom guten Kameraden, intoniert vom Musikverein Vilseck, die Feierstunde.
Eine Abordnung der Krieger- und Reservistenkameradschaft Vilseck hielt am Kriegerdenkmal die Ehrenwache

Der stellvertretende Vorsitzende, Heinrich Deinzer, sah es als guten Brauch, der Toten der beiden Weltkriege zu gedenken

Bürgermeister Hans-Martin Schertl sprach von den größten Feinden des Friedens, die da heißen: Habgier, Ehrgeiz, Neid, Wut und Stolz. Für die Stadt Vilseck legte er einen Kranz nieder

Text und Bilder: Rosi Hasenstab
